Nikolausangeln am Teltowkanal.
Da ist das Jahr schon wieder fast zu Ende. Der zweite Advent steht vor der Tür. Eigentlich ist es an der Zeit, ggf. doch noch mal ans Wasser zu fahren und dem ganzen Vorweihnachtstrubel ein paar Stunden zu entfliehen. Der Gruppenchat im Handy fragt auch schon ständig: „Wer hat Lust, am 06.12.2025 angeln zu gehen?“ Also stand der Entschluss schnell fest. Zusage im Chat und Beginn der Vorbereitungen für das Angeln. Gleich vorweg: Das Wetter war nicht auf unserer Seite. Die Temperaturen schwankten in der Woche vor dem Angeln doch sehr, von Minusgraden in der Nacht bis zu fast zweistelligen Plusgraden am Tag. Da es hier aber um ein Treffen unter Gleichgesinnten geht, wurde der Wetterfaktor beiseitegeschoben. Köder waren schnell in meinem Angelladen des Vertrauens besorgt. Für den Angeltag wurde nur das wichtigste Equipment gepackt. Leichte Feederruten, Feederstuhl und am wichtigsten: meine geliebte Stanley-Thermoskanne mit viel heißem Tee. Am Teltowkanal trafen wir uns morgens um 07:00 Uhr, um unser Vorhaben in die Tat umzusetzen. Nach der freudigen Begrüßung an diesem kalten Dezembermorgen suchte sich jeder seinen Angelplatz. Wir hatten verabredet, es erst einmal für drei Stunden am Wasser zu probieren. Schon beim Aufbau des Angelplatzes sind mir die vielen kleinen Brutfische an der Wasseroberfläche aufgefallen. Na ja, wo kleine Fische sind, gibt es bestimmt auch große. Ich sollte mich täuschen. Es war wie verhext: An der doch sehr feinen 0,5-Unzen-Spitze meiner Feederrute bewegte sich nichts. Also Taktikwechsel, Kürzung des Vorfaches auf 60 cm, Verkleinerung des Hakens von Größe 12 auf 16. Als Köder kein Wurm mit einer Made, sondern ein Pinky, und nun ging es los, das Gezupfte an der Spitze. Ein Fischchen nach dem anderen landete in meinem Setzkescher. Das waren wirklich kleine Plötzen von ca.3-5 cm Länge. Zwischendurch bin ich gern mit einer heißen Tasse Tee, um mich zu bewegen, bei den anderen nachsehen gegangen. Was soll ich sagen, da sah es auch nicht anders aus. Die großen Fische waren nicht an den Haken zu bekommen. Es wurden nur kleine Plötzen gefangen. Für mich war es übrigens sehr interessant, den gestandenen Kopfrutenanglern mal bei ihrem Handwerk zuzusehen. Das war schon eine ganz andere Bissfrequenz. Geangelt wurde in Ufernähe mit 6-m-Ruten. Leichte Pose, dichte Bebleiung, das Futter gerade so fest, dass es zum Grund sinkt, sich dann aber löst. Fisch auf Fisch landete so im Setzkescher. Nach drei Stunden war klar: Die Kopfrute war gegenüber der Feederrute klar im Vorteil. Ich hatte nach drei Stunden 27 kleine Plötzen mit einem Gesamtgewicht von 257 g gefangen. Der beste Kopfrutenangler hatte fast 2 kg. Leider war wirklich kein großer Fisch dabei, aber alle haben jetzt genug kleine Köderfische für die nächsten Aal- oder Zanderansitze. Nach einer intensiven Auswertung des Tages und herzlichen Verabschiedungen und Wünschen fuhr jeder wieder nach Hause.
Fazit: Schön war er, dieser Nikolaustag am Wasser! Trotz widriger Witterungsverhältnisse wurden Fische gefangen. Bedauerlicherweise nur kleine Plötzen, aber wir waren uns alle sicher, die Großen waren auch da. In den nächsten Tagen sollen die Temperaturen deutlich steigen. Ich werde bestimmt noch einmal wiederkommen. Vielleicht auch mit einer Kopfrute. Und dann…